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31.03.2017

Wienlive look!: KOMPETENT & innovativ

Knapp einer Million Menschen in Österreich, die im erwerbsfähigen Alter sind, fehlt das mittlerweile notwendige digitale Know-how. BFI-Geschäftsführerin Valerie Höllinger bietet genau dieser Zielgruppe passende Lehrgänge an. Der Talk.

B-look: Die digitale Transformation ist in vollem Gange. Wie ist Ihrer Meinung nach der Bildungsstand in Bezug auf den Entwicklungsgrad des Digitalen?
Höllinger: Die digitale Transformation führt unweigerlich dazu, dass es wohl kaum mehr Berufe geben wird, die ohne IT-Kenntnisse auskommen. Ich meine alle Berufsfelder: vom Gärtner, der mit dem Internet of Things seine Bewässerung optimieren kann, bis hin zum Anwalt, der Roboter einsetzt, um sich durch Berge von Unterlagen, Gesetzbüchern, Notizen und Anträgen zu wühlen. Viele Menschen haben das realisiert und substanzielles Know-how im Digitalbereich aufgebaut. Das Problem ist aber, dass in Österreich 900.000 Menschen im erwerbsfähigen Alter ausreichende Computerkenntnisse fehlen. Diese Digitalkompetenzen gilt es rasch sehr breit in der Bevölkerung zu verankern.

B-look: Was genau bietet das BFI zu und in diesem Bereich?
Höllinger: In den nächsten Monaten werden wir aber einen dezidierten "Digi-Campus" lancieren, der alles Bisherige mit neuen Angeboten im Digitalbereich bündelt und zum One-StopShop für Aus-und Weiterbildungen in diesem Bereich aufgebaut wird. Die Bandbreite reicht dabei von Einsteigerkursen im Anwendungsbereich für all jene, die erst in dieser Welt Fuß fassen wollen, bis hin zum Spezialisierungsprogramm für Expertinnen und Experten im Bereich der Programmierung oder etwa der Instrumentalisierung des Internet of Things.

B-look: Das BFI bietet aktuell einen Diplomlehrgang "Innovationsmanagement". Kann man Innovation lernen?
Höllinger: Davon bin ich überzeugt! Bei diesem neuen Lehrgang wollen wir Persönlichkeiten entwickeln, die erforderliche Veränderungen antizipieren können, Verantwortung übernehmen und aktiv Initiativen für Veränderungen im Unternehmen vorantreiben. Um die Innovationskraft zu steigern, bieten wir ihnen einen neuen Blickwinkel auf die Ideenfindung. Konkret helfen wir ihnen mit dem Design-Thinking-Zugang, ihre eigenen realen Problemstellungen zum Erfolg zu führen. Zudem wollen wir sie mittels Best-Practice-Beispielen, modernsten Lehrmethoden und neuen Erkenntnissen inspirieren, Neues zu erforschen.

B-look: Welche weiteren Pläne haben Sie, um die Österreicherinnen und Österreicher digital zukunftsfit zu machen?
Höllinger: Schon jetzt entwickeln wir täglich Kurse vom Basislevel bis zum Expertenstatus, die die Menschen bestmöglich auf die Digitalisierung vorbereiten. Bestes Beispiel: unser Ausbau des Programmiersprachen-Angebots. Ich bin überzeugt, dass heutige Marketingmitarbeiter um 20 Prozent mehr verdienen, wenn sie auch Codingkompetenzen mitbringen. Es muss unser Ziel sein, attraktive Arbeitsplätze in Österreich zu schaffen. Und unser Beitrag ist es, hier die Menschen zu empowern und die digitale Fitness der Österreicher zu sichern.

B-look: Zum Schluss: Machen Sie persönlich Digital Detox?
Höllinger: Selbstverständlich. Bei all den Vorzügen, die die digitale Welt auch im Privatbereich mit sich bringt, muss man auch den Ausknopf drücken können. Das ist sowohl für die Seelenhygiene wichtig als auch für Freundschaften: Niemand will permanent Dr. Google an den Tisch holen, wenn man sich wieder leidenschaftlich darüber austauscht, wer nun recht hat oder nicht (lacht).

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