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03.09.2016

madonna: KÖPFCHEN statt Muskeln

Es ist paradox: Die Wirtschaft beklagt den Fachkräftemangel. Hochqualifizierte Techniker werden händeringend gesucht und der Mangel an IT-Fachkräften gilt als eine der größten Herausforderungen der Digitalisierung! Und der Frauenanteil in diesen Bereichen? Nun ja, obwohl immer mehr Frauen erfolgreich die Geschicke der heimischen IT-Größen lenken, werden Frauen in IT und Technik dennoch teils als Exotinnen gesehen. Und jede, die schon eine Reise in ein fernes Land gemacht hat, weiß, was das bedeutet: ständig sorgt man für Aufmerksamkeit, die man gar nicht will -wird kritisch bis interessiert beäugt.

Weibliche Power. Frauen in IT und Technik stehen im Schaufenster! Das schreckt viele ab und frau ist geneigt zu fragen, warum man sich das Ganze antun soll? Die Antwort ist einfach: Weil es um die Gestaltung der Zukunft geht! Auf Facebook, Zalando und Co. zu surfen, ist zwar amüsant. Das war's aber noch nicht: Denn auch wenn Cyborgs und menschenlose Fabriken eher Science Fiction sind, ist die Zukunft digital. Und warum sollten wir Frauen das nicht zu unserer Spielwiese machen? Warum designen wir die digitale Zukunft nicht nach unseren Vorstellungen und nutzen Big Data, Industrie 4.0 und Co. zu unserem Vorteil? Wir sind mitten in der Wissensgesellschaft angekommen, wo Köpfchen mehr als Muskelkraft zählt. Das sind doch ideale Voraussetzungen für uns Frauen, hier auch an den Start zu gehen.

Ran an die Tastatur

AUF ERFOLGSKURS. Lara H. ist eine von wenigen Frauen, die in die IT erfolgreich eingetaucht sind. Dass Roboter alle Jobs zunichtemachen, gehört ins Reich der Schauermärchen. Allerdings braucht es im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung bestens geschulte IT-Fachkräfte. Umso trauriger, dass der Frauenanteil am heimischen IT-Arbeitsmarkt bei etwa 15% herumgrundelt. Dass das keineswegs ein Naturgesetz ist, zeigt etwa Lara H. Die Marketing-Mitarbeiterin eines Versicherungsunternehmens steht kurz davor, sich als Webdesignerin selbstständig zu machen. "Ich bin schon immer kreativ gewesen, aber was hinter Websites steckt, hat mich früher nicht interessiert. Zu kompliziert, habe ich mir gedacht", so die 29-Jährige. "Eine Freundin hat mich aber ermutigt, mich näher damit zu befassen. Dann habe ich einen Webdesign-Kurs am BFI Wien gemacht. Das hat mir fachlich enorm geholfen, aber auch mein Selbstvertrauen gestärkt. Ich habe gesehen: Ich kann das. Und es macht verdammt viel Spaß", meint die Niederösterreicherin, die mittlerweile nebenberuflich Websites für zwei Familienunternehmen designt hat. Ihr Rat an die Frauenwelt: "Traut euch! Einfach ran an die Tastatur!"

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