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23.10.2017

Tag der offenen Tür 2012: „Das Herz als Triebfeder“ bei der Berufsentscheidung

Tag der offenen Tür 2012: „Das Herz als Triebfeder“ bei der Berufsentscheidung

Mehr als 450 Besucherinnen und Besucher fanden sich am vergangenen Freitag, den 7. September 2012, am Hauptstandort Alfred-Dallinger-Platz 1 des BFI Wien ein. Im Rahmen des "Tag der offenen Tür 2012" bot das Unternehmen seinen Gästen zwischen 14.00 und 20.00 Uhr Bildungsberatung samt Finanzierungs- und Förderungsplanung an, sowie Einstufungstests und kostenlose Kinderbetreuung. Informationsveranstaltungen zu ausgewählten (Diplom-) Lehrgängen gaben Einblick in das hochwertige Aus- und Weiterbildungsangebot. 

Die unterschiedlichsten Bildungsbiographien standen im Mittelpunkt des Rahmenprogramms, das mit prominenter Unterstützung bestritten wurde. So bot sich ab 16.30 Uhr die von vielen Gästen genutzte Möglichkeit, der ehemaligen Profi-Schwimmerin Mirna Jukic in einem Live-Interview zu begegnen. Sie gab der Journalistin Corinna Milborn, bis vor kurzem stellvertretende Chefredakteurin des Nachrichtenmagazins NEWS und Moderatorin des ORF-"Club 2" und seit Anfang September für den TV-Sender PULS 4 tätig, Auskunft über ihr Leben nach der Sportkarriere.  "Start zu neuen Ufern - Mein Leben nach dem Profisport", lautete der Titel des spannend-unterhaltsamen Gesprächs, indem Jukic zugab, dass ihr der Sport als Beruf durchaus abgehe. Jedoch sei sie keineswegs "in ein (mentales) Loch gefallen", dank Rückhalt in der Familie und im Freundeskreis. Dennoch: Nur auf der Couch herumliegen oder jeden Abend auszugehen sei nicht ihr Ding, auch wenn Freunde gemeint hätten, sie solle es doch einmal locker angehen. 

Vom Schwimmstar zur TV-Moderatorin

Bereits lange vor dem freiwilligen Karriere-Ende hatte sich Jukic dafür entschieden, ihr laufendes Publizistikstudium an der Universität Wien zu beginnen: "Eine gute Abwechslung zum Sport", die man brauche - "sonst dreht man durch". Als "ganz normale Studentin" hielt sie es dennoch nicht lange aus und nahm die Einladung des ORF an, als "Dancing Star" zu reüssieren; ein Schritt, auf den sie einige Jahre davor, bei einer ersten Anfrage, "keine Lust gehabt" und sich "dafür auch zu jung gefühlt" hatte.

Sich damit eine neue Zielgruppe, ein anderes Publikum zu erschließen war im Nachhinein kein Fehler und hat auch beim ORF Eindruck hinterlassen - wurde doch Anfang September bekannt, dass Mirna Jukic ab 27.9. eine eigene TV-Show auf dem Spartenkanal "ORF Sport plus" erhält. Sie führt alle zwei Wochen durch das Magazin "Schule bewegt", das aktuelle Themen im Bereich Sport, Bewegung und Gesundheit aufgreift und auch Beiträge von Schulen bzw. SchülerInnen mit einbinden wird. 

Jukic selbst, die in Kroatien aufgewachsen ist und mit ihrer Familie 1999 nach Österreich kam, sieht sich durchaus als "Role Model" für andere MigrantInnen. Es sei schwer in ein Land zu kommen, dessen Sprache man nicht versteht; ihre Mehrsprachigkeit sei aber jedenfalls eine Bereicherung, die sie künftig noch erweitern wird. So denkt sie darüber nach, am BFI Wien bald einen Italienischkurs zu belegen und ihre Schulkenntnisse der französischen Sprache wieder zu beleben. Der Sport sei sicherlich hilfreich bei der Integration. Wichtig sei, sich an die aufnehmende Gesellschaft anzupassen, aber man müsse durchaus nicht alles übernehmen.

„Folgen Sie Ihrem Herzen!“

Im Anschluss diskutierten Wirtschaftstreibende und Führungskräfte - wieder moderiert von Corinna Milborn - unter dem Titel "Von der Vision zum Erfolg - Klassische und ungewöhnliche Wege". Ob sie schon mit 14 gewusst hätten, was sie beruflich machen wollen und wo sie im Jahr 2012 stehen würden, fragte die Moderatorin den ehemaligen Journalisten und ZiB-Moderator Gerald Groß, der sich vor einem Jahr als Coach und -trainer mit gross:media selbständig gemacht hat, sowie Renate Gruber, Gründerin und Geschäftsführerin von CupCakes Wien,  Alexander Schiel, Gründer des Vereins Sozialmarkt Wien, den Leiter der Personalentwicklung bei der MERKUR Warenhandels AG, Mag. Markus Wachter, und Dr. Valerie Höllinger, kaufmännische Geschäftsführerin des BFI Wien. "Nein", waren sich die DiskutantInnen einig.

Die tatsächliche Bildungsentscheidung abseits von Vorstellungen und Wünschen wie z.B. Pfarrer (Groß) oder Nationalrat (Schiel) sei später gefallen, teils auch eher wie ein "Hoppala" passiert, so Gruber. Wachter gab zu, ein "fürchterlich schlechter Schüler" gewesen zu sein, der mit 14 "weit weg" von jeder Karriereentscheidung war. BFI Wien-Geschäftsführerin Höllinger wiederum war sich nur bewusst, dass sie künftig "mit Menschen arbeiten" und ihr Umfeld "gestalten" wolle. So unterschiedlich die heutigen Berufe, die Sozialisation, die familiären Hintergründe und die klassischen Bildungswege der Podiumsgäste auch waren und sind, einig waren sich auf der Bühne alle, was ihre Empfehlung für Menschen betrifft, die vor der karrieretechnischen Weichenstellung stehen: "Folgen Sie Ihrem Herzen!" - CupCakes-Gründerin Gruber bezeichnete das Herz gar als "Triebfeder: Solange man ihm folgt, wird man das Richtige tun und im Leben Zufriedenheit finden."

Biographische Brüche machen DienstnehmerInnen interessant

Eine Gemeinsamkeit war die Tatsache, dass jedeR Beteiligte auch eine Art Bruch in der Biographie feststellte: Valerie Höllinger nahm sich nach drei akademischen Titeln und einer schnellen ersten Management-Karriere eine Auszeit, um "nach der ganzen Kopfarbeit auch einmal mein Bauchgefühl zu stärken": Sie absolvierte eine Kinesiologie-Ausbildung. Renate Gruber war zehn Jahre lang als (Werbe-) Graphikerin selbständig, bevor sie - mit ersten zaghaften Schritten ab 2008, jedenfalls aber mehr durch Zufall - auf "erfolgreiches Food-Design" umsattelte. Gerald Groß wagte zum zweiten Mal den Sprung ins Ungewisse, indem er 2011 das sichere Schiff ORF verließ - bereits Jahre davor hatte er einen Neuanfang gemacht, als er aus einer sicheren, guten Position im Landesstudio Burgenland auf den Wiener Küniglberg wechselte.

Markus Wachter wagte es vor drei Jahren "als eine Art Exot" in Karenz zu gehen, fand einige Nachahmer und arbeitet nun daran, "auch ein Sabbatical für meine MitarbeiterInnen zu ermöglichen" - was er durchaus auch selbst in Anspruch nehmen würde. Alexander Schiel schließlich betonte das Glück, mit seinem Abschied aus der Wiener Börse vor einigen Jahren eine Abfertigung zu erhalten, "mit der ich schließlich den Sozialmarkt Wien nach Vorbild der Kärntner Sozialmärkte gründen konnte". 

Als (potentielle) DienstgeberInnen schätzen es alle fünf auch bei DienstnehmerInnen, wenn zwar eine solide - und in vielen Fällen auch fachlich notwendige - Ausbildung vorhanden ist, jedoch der Lebenslauf darüber hinaus zeigt, dass man sich für verschiedene Dinge interessiert. "Auch, wenn man vielleicht nicht alles abgeschlossen hat, was man begonnen hat", so das gemeinsame Resümee. 

Als Gastgeberin, die sie gemeinsam mit BFI Wien-Geschäftsführer Mag. Franz-Josef Lackinger an diesem erfolgreichen "Tag der offenen Tür" war, schloss Höllinger mit der Feststellung, "dass Aus- und Weiterbildung zentrale Themen in unser aller Leben sind". Es gehe - und das bleibt als Fazit der Podiumsdiskussion - "nicht nur um das Schlagwort 'Karriere', sondern vielmehr darum, wie man sein Leben gestaltet". Der individuelle Erfolg sei nichts, was "von außen definiert" wird, sondern "liegt in Ihren eigenen Händen - das BFI Wien steht dabei nicht nur heute gerne mit Rat und Tat zur Seite". 

 

Rückfragehinweis: 
Mag. Jan Weinrich, MBA
BFI Wien, Pressesprecher
Tel: +43 1 811 78-10355
Mobil: +43 699 168 623 55
Mail: j.weinrich@bfi.wien

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