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29.11.2011

„Weiterbildungsversicherung“ soll ArbeitnehmerInnen individuelle und sinnvolle Höherqualifizierung gewährleisten

„Weiterbildungsversicherung“ soll ArbeitnehmerInnen individuelle und sinnvolle Höherqualifizierung gewährleisten

„Viele Menschen können sich eine dringend notwendige Höherqualifizierung nicht leisten“, stellte Mag. Franz-Josef Lackinger, Geschäftsführer des BFI Wien, am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Wiener Mumok fest. Es gelte deshalb neue Möglichkeiten für die Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen aufzuzeigen. „In einer ersten Überlegung könnte das eine Ergänzung der Arbeitslosenversicherung um eine ‚Weiterbildungsversicherung‘ sein“, so der Leiter des Wiener Berufsförderungsinstituts. 

Dabei könnte ähnlich wie bei der Sozialversicherung, die sich sowohl durch das Solidaritätsprinzip als auch durch Vorsorge für den individuellen (Alters-)Bedarf auszeichnet, ein regelmäßiger geringer Bedarf des Einzelnen – aufgebessert durch ArbeitgeberInnen-Beiträge und staatliche Zuschüsse – auf ein „Weiterbildungskonto“ wandern. Diese Ansparungen würden für betriebliche wie auch persönliche Bildungsinvestitionen hergenommen werden – „wobei der gesellschaftliche Mehrwert einer solchen Maßnahme gewährleistet sein muss“. Dieses oder ähnliche Modelle auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen, sei den Sozialversicherungs-ExpertInnen überlassen, jedoch sollte das diskutiert werden. 

„So lange jemand im Berufsleben steht, egal ob Voll- oder Teilzeit, ist die Unterstützung für Weiterbildungsmaßnahmen nicht ausreichend“, so Lackinger. Diese gebe es oft erst, wenn man die Dienste des Arbeitsmarktservice in Anspruch nimmt – ein reichlich später Zeitpunkt, wie der  BFI Wien-Geschäftsführer meint.

Jeder Weiterbildungs-Euro bringt einen Mehrwert von 13 Euro 

Für die Wirtschaft liege der Nutzen der Erwachsenenbildung auf der Hand, wie Studien (z.B. der Arbeiterkammer) belegen: Jeder in Bildung investierte Euro bringt einen „Return on Investment“ von 13 Euro. Rund ein Drittel der ArbeitnehmerInnen nimmt an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen teil, sagte die kaufmännische Geschäftsführerin des  BFI Wien, Dr. Valerie Höllinger. Privat ist die Quote noch geringer: Nur jedeR Siebte ist bereit, seine Qualifikationen im Rahmen der klassischen Erwachsenenbildung zu erweitern. Der Ruf nach einer Co-Finanzierung ist vorhanden, wobei die Verantwortung vor allem bei den ArbeitgeberInnen, aber auch bei der öffentlichen Hand – Staat und Bundesländer – gesehen wird.

Natürlich dürfe man die jüngsten Bestrebungen der Bundesregierung nicht unter den Tisch fallen lassen: Die „Bildungskarenz plus“, die vor einigen Wochen über das Jahr 2011 hinaus verlängert wurde, habe sich als nachhaltige Wirtschaftsförderung erwiesen, und bleibe wohl als eine der wenigen positiven Erinnerungen an die anhaltende Wirtschaftskrise zurück. Weiters sei der jüngste Beschluss zu begrüßen, mit dem das Nachholen von Bildungsabschlüssen ab 2012 kostenlos möglich wird. „Das greift vor allem den Minderqualifizierten unter die Arme“, freute sich Höllinger.

Anlässlich der Präsentation des neuen „Kursprogramm Frühjahr 2012“ verwies die kaufmännische Geschäftsführerin am Dienstag auch auf Neuheiten des BFI Wien wie „App-Entwicklung für Android mit Java“, „Projektcontrolling“ oder „Unternehmensbeurteilung und Rating“. Genauso finden sich darin aber „klassische“ Angebote aus Produktgruppen wie Sprachen, Wirtschaft, Persönlichkeit, EDV u.v.m.

Maximale Durchlässigkeit über alle Ebenen der Erwachsenenbildung

Mit seinen Geschäfts- und Fachbereichen und den Tochterunternehmen ist das  BFI Wien  das über mehr als 50 Jahre Bildungserfahrung verfügt, ein Garant für die „Durchlässigkeit“ im „Lebenslangen Lernen“ ab der Pflichtschule: vom Nachholen des Hauptschulabschlusses über die Überbetriebliche (Lehr-)Ausbildung, die FacharbeiterInnen-Intensivausbildung, die kaufmännischen Schulen, die Berufsreife und eine eigene Fachhochschule bis hin zum Führungskräftetraining an der BFI Wien Akademie. Den anwesenden JournalistInnen präsentierten sich diesem Anspruch gemäß ExpertInnen aus all diesen Bereichen für Fach- und Hintergrundgespräche.

So etwa Dr. Helmut Holzinger, Geschäftsführer der Fachhochschule des BFI Wien, der berichtete:  „70 Prozent unserer Studienplätze – das sind aktuell 1234 von 1759 – werden mittlerweile berufsbegleitend angeboten.“ Bei den Masterstudien ist überhaupt nur das berufsbegleitende Studium möglich: „Damit etabliert sich der Bachelor als eigenständiger Abschluss mit Berufsfeldbezug.“ Im Unterschied zu den Universitäten ist an der FH der individuelle Bildungsweg gut planbar, wie Holzingers feststellt: „84,3 Prozent unserer Studierenden schließen in der regulären Studiendauer ab.“ 

Das neue „Kursprogramm Frühjahr 2012“ des  BFI Wien ist hier zu bestellen bzw. in der Online-Version einsehbar. 

Die Pressemappe mit ausführlichen Informationen zu den präsentierten Geschäftsbereichen gibt es hier zum Download.

Rückfragehinweis: 
Mag. Jan Weinrich, MBA
BFI Wien, Pressesprecher
Tel: +43 1 811 78-10355
Mobil: +43 699 168 623 55
Mail: j.weinrich@bfi.wien

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