Zurück
13.01.2016

Eine Reise in die Herzen und Töpfe der Welt

Sind Nudeln chinesisch oder doch italienisch? Stammt das Gulasch aus Ungarn oder der Türkei? Bereits vor Jahrtausenden haben sich Reisende, Händler, Forscher und Entdecker für die Essgewohnheiten anderer Völker interessiert und brachten vorher unbekannte Früchte, Kräuter und Rezepte von ihren Reisen mit. Das spiegelt sich auch in den heimischen Speisekarten wider: Egal ob Pizza, Murgh Korma, Sushi, Schweinsbraten oder Kebab – die heimischen Speisekarten sind polyglott. Und die Geschmacksknospen der Österreicherinnen und Österreicher sensibilisiert für das „Fremde“.

Essen ist aber weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme oder Genussmittel. Gerade die Kulinarik zeigt unsere Mentalität, unsere Gewohnheiten, unsere Leidenschaften auf universelle verständliche Art und Weise. Essen verbindet und die Küche ist ein wahrer Ort der Völkerverständigung – also ein probater Hebel für das gelungene Miteinander verschiedenster Kulturen. All das legt Zeinab Soliman, Trainerin am BFI Wien, präzise, pragmatisch und mit viel Einfühlungsvermögen in ihrem interkulturellen Kochbuch „Diversität im Kochtopf“ dar. Mit 49 Rezepten aus aller Welt – von A wie Afghanistan bis U wie Ungarn – gibt sie nicht nur einen schmackhaften und leicht nachvollziehbaren Einblick in die Kochtöpfe der Welt sondern auch in die Mentalität der jeweiligen Länder: „Es ist mitnichten das erste interkulturelle Kochbuch, aber wahrscheinlich das erste, dessen Autorinnen und Autoren durch ganz unterschiedliche Umstände aus allen Teilen der Erdkugel in Österreich zusammengeführt wurden. Vor allem eins verbindet sie alle miteinander: Die Arbeitslosigkeit“, beschreibt Soliman die Besonderheiten des Buches, das als Ergebnis eines Projekts von und mit Arbeitssuchenden in Wien in Kooperation mit dem BFI Wien entstanden ist. 

„Einige Kursteilnehmer, die erst vor kurzer Zeit nach Österreich gekommen und sich ihrer Sprachfähigkeit nicht sicher sind, neigen zum Schweigen. Ich habe sie animiert ein Rezept aus ihrer Heimat in deutscher Sprache aufzuschreiben und der Gruppe vorzustellen“, beschreibt die Trainerin wie das Niederschreiben eines Rezepts die Initialzündung für den Spracherwerb sein kann.

Deutsch sprechen und Ängste abbauen

Die Idee kam der gebürtigen Ägypterin vor über 30 Jahren, als sie – zum ersten Mal im deutschen Sprachraum lebend – mit Menschen aus verschiedensten Kulturen konfrontiert war. Gemeinsames Kochen half ihr einst, ihre Scheu Deutsch zu sprechen, schneller abzulegen. Die Mahlzeiten mit neuen Bekanntschaften machten demzufolge nicht nur Spaß, sondern wirkten auch unterstützend beim Abbau von Vorurteilen und Berührungsängsten. Genau dieselben Effekte erzielte das Kochen auch bei Solimans Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern in Wien.

„Dieser Abbau von Ängsten ist natürlich untrennbar mit Bildung verbunden. Und es ist ein großes Anliegen des BFI Wien, dass der Zugang zu unseren Angeboten für alle Interessentinnen und Interessenten sichergestellt ist – unbeeinflusst von Herkunft, Staatsangehörigkeit, Religion, Vorbildung, sozialem Hintergrund oder politischer Einstellung“, sagt Franz-Josef Lackinger, Geschäftsführer des BFI Wien. „Genauso sollte der Zugang zu köstlichen Gerichten aus der ganzen Welt für alle sichergestellt sein! Denn Integration geht auch durch den Magen. Deswegen ist es uns eine große Freude ‚Diversität im Kochtopf‘ zu unterstützen“, so Lackinger weiter.

Das Buch diente aber nicht nur zur Förderung des Spracherwerbs sondern kommt auch einem guten Zweck zugute. Alle Beteiligten arbeiteten unentgeltlich an diesem Projekt und der gesamte Ertrag vom Verkauf des Buches geht an den Verein Ute Bock. 

Das Buch ist in der Fachbuchhandlung des ÖGB-Verlags (Rathausstraße 21, 1010 Wien) sowie im Internet unter http://www.besserewelt.at/soliman-diversitaet-kochtopf erhältlich.

Diversität im Kochtopf

Eine Reise in die Herzen und Töpfe rund um die Welt. Ein Kochbuch von und mit Arbeitssuchenden in Wien

Zeinab Soliman

116 Seiten, kartoniert, 22 x 22 cm 
1. Auflage, 30.11.2015
Reihe: Varia
Preis: 24,90 EUR     
ISBN 978-3-99046-163-1

Über das BFI Wien
Das BFI Wien beschäftigt zusammen mit seinen Tochterunternehmen rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie über 600 selbständige Trainerinnen und Trainer. Gut 45.000 Menschen nehmen jährlich an den Lehrgängen, Kursen und Seminaren des Erwachsenenbildungsinstituts teil. Zu den Tochterunternehmen des BFI Wien zählen die Fachhochschule des BFI Wien mit ihren sieben Bachelor- und sechs Masterstudiengängen, die Schulen des BFI Wien (HAK/HAS) und die gemeinnützige Job-TransFair GmbH, die am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen bei der Suche nach dem richtigen Job unterstützt. 

 

Rückfragen: 

Mag. Jan Weinrich, MBA                 
BFI Wien, Pressesprecher 
                       
j.weinrich@bfi.wien                                   
T +43 1 811 78-10 355
M +43 699 168 62 355

Zurück