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01.10.2014

Business Talk: „Arbeiten über 50 – Braucht es ein Generationenmanagement in Unternehmen?“

In den kommenden Jahren steigen europaweit 51 Millionen junge Arbeitskräfte als Vertreter der Generation Z ins Arbeitsleben ein. Gleichzeitig werden 48 Millionen sogenannte „Baby-Boomer“ in Pension gehen. Die Generationen X und Y prägen aktuell den Arbeitsmarkt – die Anforderungen an die Unternehmen erleben eine radikale Veränderung. Der unternehmerische Erfolg wird entscheidend davon abhängen, wie auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Generationen reagiert wird. Unternehmen brauchen dringend griffige Anreize und neue Konzepte, um die Besten anzulocken und zu halten – aus allen Generationen.

Die Eckpfeiler der aktuellen Situation definierte der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Bernd Marin in seiner Keynote:

  • In Österreich sind aus der Gruppe der 55-60jährigen 60% nicht mehr im Arbeitsmarkt vertreten.
  • Aus der Gruppe der über 60jährigen arbeiten 94% nicht mehr.
  • Die große Gruppe der Berufsunfähigen verursachen 2-3x so hohe Kosten wie Arbeitslose und Erwerbslose.

In seinem „Bonus-Bonus-Modell“ skizzierte Prof. Marin mögliche Lösungen dieser Problematik. Er forderte größerer Arbeitszeitflexibilität, eine 4-Tage-Woche und erweitere Teilzeitmodelle, die auch Beschäftigung für 25 und 28 Stunden anbietet.

Kostenfaktor als einziges Manko älterer ArbeitnehmerInnen

Mag. Sabine Mlnarsky-Bständig, Vice President Human Resources der Austrian Airlines, berichtete aus ihrer Praxis im Unternehmen AUA. Sie sieht ältere Arbeitnehmer mit dem Bonus der langen Erfahrung gleich flexibel und gleich fit in technischen Belangen wie jüngere Arbeitnehmer. Der einzige Unterschied liege in den Kosten – ein wirtschaftlich schwerwiegendes Argument bei der Einstellung.

Auch Mag. Franz-Josef Lackinger, Geschäftsführer des BFI Wien, thematisierte die Kostenfrage und betonte die Schwierigkeit für Unternehmen, eine Umkehr von teuren alten Arbeitsverträgen zu erreichen. Eine 1-jährige Facharbeiterausbildung amortisiert sich in kürzester Zeit im Gegensatz zu Arbeitslosengeld und entgangener Sozialversicherung, so Lackinger. War es vor 20 Jahren noch schwer vorstellbar, einen 50jährigen Maurer umzuschulen, so ist heute die Bedeutung und Notwendigkeit von Weiterbildung und lebenslangem Lernen unumgänglich.

Als Coach ist Mag. Herbert Korvas seit langem mit weiterführenden Maßnahmen für ältere Arbeitnehmer befasst. Er stellte die aktuellen Angebote des BFI Wien vor, wie den neuen Diplom-Lehrgang „Generationenmanagement“ und „Innovatives Coaching 50+“.

Moderatorin und Puls4 Info-Chefin Corinna Milborn formulierte als Resümee der lebhaften Diskussion zur Herausforderung des Generationenmanagements, das Unternehmen fit macht für die Zukunft: „Die Schalter in den Köpfen umlegen!“

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