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29.06.2011

BFI Wien: Ergebnisse der Pressekonferenz Bildung ist Integration.

Im Rahmen der Präsentation des neuen Kursprogramms im BFI Wien Bildungszentrum im Catamaran gingen der Geschäftsführer Mag. Franz-Josef Lackinger und die neue kaufm. Geschäftsführerin Dr. Valerie Höllinger der Frage nach, welchen Beitrag die BFI Wien Angebote für ein lebenslanges Lernen und für die erfolgreiche Integration in unsere Gesellschaft leistet.

„Wirtschaftsorientierung und Durchlässigkeit der Aus- und Weiterbildung und Integration hängen eng zusammen. Die aktuell gefragten und zukünftigen Qualifikationen werden in einer breiten Palette Arbeitnehmer/innen, Unternehmen und Arbeitssuchenden angeboten. Die Produktgruppen reichen von EDV & IT, Sprachen, Wirtschaft über Gesundheit & Soziales, Tourismus, Technik, Logistik bis hin zur Akademie für (angehende) Führungskräfte. Durchlässigkeit bedeutet, dass es für alle Bildungsniveaus Ein-, Um- und Aufstiegsmöglichkeiten (von Lehre bis Management) gibt. Der Anteil der Teilnehmer/innen (private Kunden/Kundinnen) mit migrantischem Hintergrund spiegelt die Wiener Bevölkerung wider: ca. 30 % auf allen Bildungsniveaus, erklärt Valerie Höllinger. Bei den überbetrieblichen Lehrlingsausbildungen und Facharbeiter/innen-Intensivausbildungen liegt der Migrationshintergrund bei ca. 60 %, bei den kaufm. Schulen bei ca. 90 %. Laut Statistischem Jahrbuch für Migration & Integration sind mehr Menschen mit Migrationshintergrund in den höchsten (17,4% Hochschulabschluss) aber auch niedrigsten (31,3 % Pflichtschule) Bildungsschichten zu finden als Österreicher/innen ohne Migrationshintergrund (13,7% Hochschule, 13,3% Pflichtschule). Höher qualifizierte Zuwanderer/innen sind weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als geringer qualifizierte. Und: die pessimistische Einschätzung des  „Integrationsklimas“ der Bevölkerung wird nicht von den Migrant/innen geteilt, 86 % fühlt sich eher bis völlig „heimisch“.

Welche Jobs sind trotz Krise gewachsen – und daher auch die Qualifizierungsnotwendigkeit?

Höllinger präsentiert vier Bereiche: Internationales Business im Aufwind! Aufgrund der Ostöffnung wächst der Bedarf an Sprachkenntnissen und interkulturellem Verständnis. Daraus folgen Angebote für Sprachen auf unterschiedlichen Levels, für Berufssprachen, z.B. Türkisch für Pflegeberufe, für Business, z.B. Russisch, kompakte interkulturelle Seminare bis hin zum Lehrgang Certified International Accountant.
Im Gesundheitsbereich steigt bedingt durch den demografischen Wandel der Pflegebedarf. Für Pflegehelfer/innen bietet das BFI Wien Höherqualifizierung zu diplomierten Krankenschwestern, -pflegern in verkürzter Ausbildung an. Gleichzeitig steigt der Wellnessbedarf, und z.B. Masseur/innen suchen nach Zusatzqualifikationen (z.B. Lehrgang Touch for Health / Zertifikat des International Kinesiology College).
Auch Soziale Berufe boomen! Der Ruf nach Erweiterung der Kinder- und Nachmittagsbetreuung spiegelt sich in gezielter Aus- und Weiterbildung für diese Bereiche auch für Einsteiger/innen (z.B. Lehrgang Kindergartenassistenz), Sozialbegleiter/innen werden von sozialen Einrichtungen gesucht, um Klient/innen im Alltag zu unterstützen. Und hier wird auch wirtschaftliches Know-how immer wichtiger (Diplomlehrgang Sozialmanagement / Akademie).
Die Berufsperspektiven im Umweltbereich steigen! Laut BM für Land-, Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft ist schon jetzt jeder 20. Arbeitsplatz ein green job. Sie sind krisensicherer, da sie auch während der Wirtschaftskrise gewachsen sind. Und bis 2020 sollen 100.000 dazukommen. Die derzeitigen Angebote des BFI Wien liegen z.B. im Energiemanagement (erneuerbare Energien) oder in der Abfallbewirtschaftung,“ ergänzt Höllinger

„Und schaut man sich den Bedarf nach Aus- und Weiterbildung direkt in Unternehmen an, sind im ersten Halbjahr 2011 die Anfragen ans BFI Wien in den Bereichen EDV & IT, Sprachen, Technik und Gesundheit, aber auch bei sozialen Kompetenzen wie Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Kundenorientierung und Präsentation gewachsen,“ so Höllinger.

Integration durch Bildung beginnt in der Schule - Vielfalt als Chance begreifen

„Der Bildungserfolg hängt immer noch von Herkunft und sozioökonomischem Hintergrund eines Kindes ab. Von den 31 OECD-Ländern liegt Österreich beim Bildungszugang an 24. Stelle, Deutschland auf Platz 22, Südkorea auf Platz 16 und wie  schon bekannt Island, Finnland, Dänemark und Schweden an der Spitze. Die kaufm. Schulen des BFI Wien wollen hier entgegenwirken und zwar durch die Ganztagsschule und Erweiterung des Sprachangebots BKS (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch) als 2. lebende Fremdsprache neben Französisch und ltalienisch. Die Anmeldung für das kommende Schuljahr bestätigt den Bedarf. Gegenwind ist natürlich auch bei BKS deutlich spürbar: Es folgte eine parlamentarische Anfrage zur ‚Notwendigkeit‘ und nach ‚professionellem Unterricht‘,“ weiß Franz-Josef Lackinger.
Schon jetzt leben in Wien über 118.000 Menschen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien. Nach Information der Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung Außenwirtschaft Österreich, haben österreichische Firmen in den Ländern Bosnien / Kroatien / Serbien insgesamt 1280 Niederlassungen. Dieses Volumen gliedert sich wie folgt: Bosnien 180 Firmen(1,6 Mrd € Umsatz), Kroatien 800 Firmen (6,3 Mrd € Umsatz), Serbien 300 Firmen (2,6 Mrd Umsatz). Die Investitionen Österreichs in diesem Raum sind steigend. Mit der Zunahme an Wirtschaftstätigkeit vor allem im Bereich von Klein- und Mittelbetrieben ist zu rechnen: Neugründungen und Aufkäufe sind in allen Bereichen, vorwiegend Banken, Versicherungen, Steuerberatung, bei Anwaltskanzleien, in Transport, Industrie und Handel zu beobachten und weiterhin zu erwarten. Österreich stellt in diesem Wirtschaftsraum die Nr. 1 bei Investitionen dar (25 - 30% der gesamten Auslandsinvestitionen durch Österreich getätigt), wirtschaftliche, gute sprachliche und Landeskenntnisse sind Voraussetzung für ein erfolgreiches Wirtschaften in diesem Raum.
„Anlässlich der Initiative der Schulen des BFI Wien BKS als 2. lebende Fremdsprache einzuführen, führte die Abteilung Außenhandel der WKO eine Blitzumfrage bei 15 großen Firmen, die in diesem Raum tätig sind, durch: 5 Firmen begrüßen es außerordentlich, dass BKS angeboten wird, sie sehen es nahezu als Voraussetzung für die Anstellung an, dass von den Mitarbeiter/innen BKS gesprochen wird. 5 Firmen sehen sehr gute Englischkenntnisse und BKS-Kenntnisse als Voraussetzung und 5 Firmen erachten Englischkenntnisse als ausreichend,“ erklärt Lackinger. Er spannt abschließend den Bogen der Integrationsleistung zur Fachhochschule des BFI Wien: Mit 72 Partnerhochschulen in Europa, der neuen Schwerpunktregion „Black Sea Region“ und der hohen Mobilität der Studierenden zeigt die FH als höchsten Abschluss in der BFI Wien Gruppe die notwendige und erfolgreiche Internationalität.

Kunst trifft Bildung

Anemona Crisan (ursprünglich aus Rumänien) hat diesmal das Cover des neuen Kursprogramms gestaltet. Sie begreift Bildung „als einen Weg, sich von Einschränkungen und Einwicklungen zu befreien – sich buchstäblich zu ent-wickeln. Bildung ist die Möglichkeit sich selbst zu erkennen, selbstbestimmt und –bewusst die eigene Identität und Rolle innerhalb der Gesellschaft zu gestalten. Bildung entsteht dort, wo eine Ausbildung zu einer spürbaren Veränderung des Individuums führt.“ So sind auch Anemona Crisans Arbeiten konkrete Aufforderung an die Betrachter/innen, über den momentanen persönlichen Rahmen, die bestehenden Beschränkungen hinaus zu denken und zu handeln. Und: „Der grundlegende Gedanke Interessen zu entwickeln und somit die Ausdrucksfähigkeit zu erweitern, ist eine der Triebfedern der bildenden Kunst,“ so Crisan.

 

Rückfragehinweis: 
Mag. Jan Weinrich, MBA
BFI Wien, Pressesprecher
Tel: +43 1 811 78-10355
Mobil: +43 699 168 623 55
Mail: j.weinrich@bfi.wien

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