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23.06.2014

Berufsreife 2020: „Wir wollen Mut machen“

Berufsreife 2020: „Wir wollen Mut machen“

Sprache ist der Schlüssel zur gelungenen Integration – aus diesem Grund hat das BFI Wien gemeinsam mit dem BFI Oberösterreich und dem Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung im März 2013 das Projekt „Berufsreife 2020“ gestartet. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie des Bundesministeriums für Bildung und Frauen. 

Mitte Juni 2014 haben 18 Personen die B/K/S oder Türkisch-Prüfung im Fach „Lebende Fremdsprache“ erfolgreich abgelegt – nachdem sie von Oktober 2013 bis Juni 2014 einen Vorbereitungslehrgang am BFI Wien im Rahmen der Berufsreifeprüfung besucht haben. „Ich möchte den Absolventinnen und Absolventen herzlich zu dieser hervorragenden Leistung gratulieren“, so Valerie Höllinger, Geschäftsführerin des BFI Wien. „Wir wollen in diesem Projekt Migrantinnen und Migranten Mut machen und durch stark individualisierte Unterstützungsmaßnahmen in beratender und lernunterstützender Form den Zugang zur Berufsreifeprüfung – also der ‚Matura am zweiten Bildungsweg‘ – erleichtern und attraktiver machen“, betont die Geschäftsführerin des BFI Wien. „All jene, die die Voraussetzungen für die Berufsreifeprüfung noch nicht erfüllen, sollen bei Interesse mittels Beratung, etwa betreffend Nachholen eines Lehrabschlusses, und unterstützenden Maßnahmen ein Stück weiter Richtung Berufsreifeprüfung geführt werden“.

Viele tragen einen großen Schatz in sich

Das Neue an diesem Pilotprojekt sind die kostenfreien Sprachlehrgänge auf Maturaniveau in Bosnisch, Kroatisch, Serbisch und Türkisch, mit der Option auf Anerkennung als Maturafach. „Ein zentrales Ziel ist es, die Anerkennung dieser Sprachen als ‚Lebende Fremdsprache‘ für die Berufsreifeprüfung voranzutreiben und zu ermöglichen“, so Höllinger.

Auf der anderen Seite gelte es bei manchen noch früher anzusetzen: Weil viele Jugendliche keinen B/K/S- oder Türkischunterricht in der Schule besuchen können, haben sie gravierende grammatikalische Probleme mit ihrer Muttersprache. Der Besuch eines Berufsreifeprüfungs-Lehrgangs könne diese Schwächen aber beheben, ist Höllinger überzeugt. Und das sei geradezu essentiell, tragen Personen mit türkischen, bosnischen, kroatischen oder serbischen Wurzeln aufgrund ihrer Zweisprachigkeit doch einen großen Schatz in sich: „Wir wollen diese Sprachkompetenz sichtbar machen und ermöglichen, die Erstsprache in Wort und Schrift zu perfektionieren.“ 

Viele österreichische Unternehmen exportieren etwa in die Türkei – hier sei ein Nachweis von Türkisch auf Maturaniveau ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Individuelle mehrsprachige Beratung und Planung sowie Lehrende mit jahrelanger Erfahrung in der Erwachsenenbildung seien demnach der Garant für die hohe Qualität der Ausbildung. Und durch die Förderung aus den Mitteln des ESF und BMBF, könne man die Sprachenlehrgänge, sowie Beratung, Unterstützung und individuelle Lernbegleitung kostenfrei anbieten, streicht Höllinger einen weiteren Vorteil hervor.

 

Rückfragehinweis: 
Mag. Jan Weinrich, MBA
BFI Wien, Pressesprecher
Tel: +43 1 811 78-10355
Mobil: +43 699 168 623 55
Mail: j.weinrich@bfi.wien

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