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14.04.2011

Bericht: Lehrlingsinitiative von SWV und BFI Wien

Bericht: Lehrlingsinitiative von SWV und BFI Wien

Auf Initiative des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) und des BFI Wien konnte heute, Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz direkt in der Lehrlingswerkstatt für Bau-/Baunebengewerbe des BFI Wien ein Lehrling der überbetrieblichen Lehrausbildung des BFI Wien in einen Betrieb übernommen werden. Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband setzte sich als Verbindungs- und Vermittlungsglied besonders für die Übernahme in den Betrieb des Baumeisters Alexander Safferthal ein. Begleitet wurde die Initiative von GPA-djp – Jugendsekretär LAbg. Christoph Peschek.

„Es freut mich besonders, dass wir als SWV heute gemeinsam mit dem BFI Wien diese Initiative starten konnten“, betonte SWV – Präsident Christoph Matznetter. Die Übernahme der Lehrlinge aus der überbetrieblichen Lehrwerkstätte sei eine hervorragende Möglichkeit für Betriebe, die betriebliche Lehrausbildung nach der Krise wieder anzufahren. „Es ergibt sich dadurch eine win-win-win Situation: das BFI Wien bringt seine ‚Schützlinge‘ am ersten Arbeitsmarkt unter und kann auch wieder neue aufnehmen, der Betrieb bekommt einen engagierten jungen Lehrling bereits mit etwas Erfahrung, und der Lehrling kann seine Erfahrungen und Qualifikationen im Betrieb erweitern“, erläuterte Matznetter. Als nächsten Schritt wäre es wichtig, Bildungsinstitute auch in die betriebliche Lehrausbildung einzubinden, „um die Qualifikation der Auszubildenden zu verbreitern und jene Bereiche zu übernehmen, die im betrieblichen Alltag zu kurz kommen“.

Qualität und Erfolge der überbetrieblichen Lehrausbildung (ÜBA)

„Mit Beginn 2011 sind 700 Jugendliche im BFI Wien in der überbetrieblichen Lehrausbildung (das sind ca. 1/4 der ÜBA-Lehrlinge in Wien)in den Bereichen Bau-/Baunebengewerbe, Metall und Dienst-leistung. Das BFI Wien ist damit ein wichtiger Partner der vom AMS gemeinsam mit dem waff gestalteten und finanzierten ‚Wiener Ausbildungsgarantie‘. Die Herausforderung besteht einerseits darin, die Jugendlichen so schnell als möglich jobready zu machen und möglichst viele von ihnen auf eine betriebliche Lehrstelle zu vermitteln. Andererseits sind all jene, bei denen dies nicht gelingt, möglichst bis zum Lehrabschluss zu führen“, so der Geschäftsführer des BFI Wien, Franz-Josef Lackinger.

Was bedeutet Qualität in der ÜBA?

Lackinger weiter: „Wir gleichen einerseits die schulischen Defizite bei den ‚Kulturtechniken‘ aus und müssen gleichzeitig dafür sorgen, dass die Lehrlinge am Arbeitsmarkt konkurrenzfähig sind - mehr als die Betriebe vor allem im ersten Lehrjahr leisten wollen/können. Wie schaffen das die Akteur/innen der ÜBA?

Wir arbeiten ständig an der Verbesserung der Ausbildungen. So wurde im Februar 2011 neu die Leistungsvereinbarung mit den Jugendlichen inkl. Lernzielkontrollen eingeführt. Diese Fachgespräche, in denen es auch um Sozialkompetenzen geht, finden kontinuierlich mit Trainer/innen und Sozialpädagog/innen statt. Sie geben Feedback zur Entwicklung der Jugendlichen, halten die Fortschritte fest und vereinbaren neue Lernziele. Lernförderung und Persönlichkeits-training ergänzen dieses standardisierte Vorgehen.“

Peschek fordert Ausbildungsgarantie der Betriebe ein

„Eine qualitativ-hochwertige Ausbildung ist der Schlüssel für Zukunftsperspektiven. Dementsprechend braucht es genügend Lehrstellenplätze und klare Qualitätskriterien, welche durch eine unabhängige Stelle kontrolliert werden müssen“, betonte GPA-djp-Jugendsekretär Christoph Peschek im Rahmen der Pressekonferenz. Die Weiterentwicklung der Lehre zu einem trialen Ausbildungssystem, bei dem nicht die ökonomische Verwertbarkeit der Jugendlichen sondern die beste Berufsbildung im Vordergrund steht, sei für ihn ein guter Denkanstoß.

„Das Beispiel 'Lehrbauhof Ost' in Wien zeigt, dass sowohl Lehrlinge wie auch Betriebe von einer modernen Lehrausbildung profitieren. Die Finanzierung durch einen Berufsausbildungsfonds versteht sich dabei von selbst“, betonte der GPA-djp Jugendsekretär. Und weiter: „Leider bilden zu wenige Betriebe aus, daher ist die Wiener Ausbildungsgarantie absolut notwendig und ein Meilenstein. Die verstärkte Übernahme der Jugendlichen in die Privatwirtschaft zeigt, dass eine gute Ausbildung angeboten wird. Mit Qualität und Quantität können wir das Image der Lehre gemeinsam verbessern.“

Übernommen wurde ein Maurer-Lehrling vom Baumeisterbetrieb Safferthal. Er, Safferthal, sprach seine Unterstützung für die Forderung nach einer trialen Ausbildung aus, um die Jugendlichen von der Straße in die Betriebe zu bekommen. „Eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem BFI Wien und den Firmen ist für mich ein durchaus positiver Ansatz, gleichzeitig hat das BFI Wien für mich hier eine Vorfilterfunktion“, so der Baumeister. Damit können die Lehrlinge auch entsprechend ihrer Qualifikationen gefördert bzw. weitervermittelt werden. Auch eine modulare Facharbeiterausbildung sei für ihn denkbar und würde ein durchlässiges System unterstützen. „Ich warne allerdings vor einer Verschulung der Facharbeiterausbildung. Praktische Berufserfahrung der Lehrlinge ist durch nichts zu ersetzen, und die Qualität dieser Ausbildung muss, ob betrieblich oder überbetrieblich, gewährleistet sein“, so Safferthal abschließend.

Rückfragehinweise:

Daniela Fazekas,
Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband,
1070, Mariahilfer Strasse 32/1/1,
0664/911 03 14,
daniela.fazekas@wirtschaftsverband.at,
www.wirtschaftsverband.at

 

Mag. Jan Weinrich, MBA
BFI Wien, Pressesprecher
Tel: +43 1 811 78-10355
Mobil: +43 699 168 623 55
Mail: j.weinrich@BFI.wien

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