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23.05.2017

Digitalisierung: Valerie Höllinger fordert ein Umdenken

Die Unternehmenskultur als verbindendes Element und Basis für erfolgreiche Veränderung stand im Mittelpunkt des erstmalig abgehaltenen Corporate Culture Jam. Die zweitägige Konferenz in der Anker Brotfabrik wollte dabei zeigen, dass man sich nicht davor fürchten müsse, Neues anzupacken und auszuprobieren, und aufzeigen, wie man sich Themen wie Digitalisierung, Transformation und Agilität mit Leichtigkeit nähert. 
Zahlreiche Unternehmen, darunter Amazon, AXA, DHL und IBM sowie prominente Vortragende wie Futurologist und Innovationsexperte Dietmar Dahmen und Jean-Philippe Hagmann von der Züricher Innovationsagentur Innopunk gaben Einblicke in ihre Wege zu einer agilen Unternehmenskultur. Auch das BFI Wien spielte beim Corporate Culture Jam eine tragende Rolle: Valerie Höllinger schilderte in ihrem Vortrag „Ein Biotop für Digitales“ welche Paradigmenwechsel die Digitalisierung in den Unternehmen voraussetzt und warum Bildung DIE tragende Rolle dabei spielt. „Österreich hat als Land, das historisch schon immer auf große Köpfe und ‚Brain’ gesetzt hat, eine Chance, im digitalisierten Wettbewerb zu gewinnen“, blickt Höllinger positiv in die Zukunft. „Aber wir müssen jetzt in Bildung investieren, um die Menschen fit für die digitale Zukunft zu machen.“ In ihrer Key-Note vor zahlreichen interessierten BesucherInnen strich sie dabei hervor, dass das BFI Wien sich mit dem demnächst startenden Digi-Campus gleichzeitig in eine Enabler- als auch Vorreiterrolle begeben wird. „Der Digi-Campus ist die umfassendste Zusammenstellung auf diesem Gebiet: Egal ob Programmieren, Design, Marketing, Projektmanagement oder der richtige Umgang mit den wichtigsten Anwendungsprogrammen – mit dem Digi-Campus bieten wir den Wienerinnen und Wienern einen ganz persönlichen Bildungs-One-Stop-Shop für Aus- und Weiterbildung im Digitalbereich.“

Die Gesellschaft braucht ein Bildungskonto
Höllinger mahnte in ihrem Vortrag aber auch ein Umdenken der Firmen ein: „Es ist keine Frage mehr, ob die Digitalisierung kommt – sondern wie rasch sie welche Branche betrifft“, forderte sie seitens der heimischen Wirtschaft mehr Geschwindigkeit, um den Anschluss an die internationale Entwicklung nicht zu verlieren. Um die Herausforderungen zu meistern, müssten die Unternehmen sich für Einflüsse von außen öffnen und in selbstadaptiven Strukturen auf Veränderungen reagieren – und vor allem in die Ausbildung ihrer MitarbeiterInnen investieren.

Neugier, Offenheit und konstante Investition in die eigenen Kompetenzen und die der MitarbeiterInnen werde künftig essenziell sein, um am Ball zu bleiben. Dass bedinge auch ein Umdenken in Sachen Bildungsfinanzierung: „Wir brauchen ein Bildungskonto wie ein Sozialversicherungskonto, in das Unternehmen, Private und die öffentliche Hand gemeinsam einzahlen“, fordert die BFI Wien-Chefin. Da Wissen für alle verfügbar ist, wird die bildungsferne Schicht weiter abrutschen, wenn sie nicht lernt, Quellen zu bewerten und Informationen zu verarbeiten. Dazu wird es qualifiziertes Lehrpersonal und neue didaktische Methoden brauchen, um relevante Inhalte ab der frühen Kindheit zu vermitteln. Bildungssysteme müssen sich der verkürzten Aufmerksamkeitsphase junger Menschen anpassen und auf Techniken wie Microlearning oder Gamificiation setzen. „All das berücksichtigen wir gerade in unserem Bestreben, die Menschen fit für die digitale Zukunft zu machen. Wir brauchen aber hier sicher noch weit mehr Kooperation von Wirtschaft, Politik und Bildungseinrichtungen“, so Höllinger abschließend.

 

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